Konzept

Für mich gibt es nicht den „einzig richtigen“ Reitstil, oder die „einzig richtige“ Hufbearbeitung, die „einzig richtige“ Sattelmarke oder die „einzig richtige“ Behandlungsmethode. Die Liste an möglichen „einzig richtigen“ Ansichten könnte ins endlose gehen, aber mein Ziel ist es, damit mein Konzept zu erklären.
Wichtig ist es, sich immer an dem Individuum Pferd zu orientieren und dessen körperliche Begebenheiten, dessen Haltungsumstände und dessen Wesen in Betracht zu ziehen. 
Ich habe es mir zum Ziel gemacht eine möglichst individuelle und umfassende Therapie anzubieten weshalb mein momentanes Wissen folgende Aspekte beinhaltet: Osteopathie, Akupunktur, manuelle Lymphdrainage und Verhaltenstherapie mittels Horsemanship.
Da niemand jemals ausgelernt hat, plane ich diese Wissensgebiete noch tiefer zu ergründen und mich auch in anderen Gebieten, die zur Behandlung von Pferden beitragen, weiter fortzubilden.

Osteopathie

Die Osteopathie ist ein Begriff, der ein umfangreiches Behandlungskonzept von Andrew Taylor Still beschreibt.
Sie basiert auf der Arbeit mit den Händen, die versuchen Spannungszustände festzustellen und mögliche Dysbalancen manuell zu beheben. 
Ein wichtiger Aspekt der Osteopathie ist die Selbstheilungskraft eines jeden Körpers. Diese Selbstheilungskraft kann jedoch nur gewährleistet werden, wenn alle Strukturen des Körpers gut beweglich sind und somit mit allen nötigen Nährstoffen versorgt werden können.
Die körperlichen Begebenheiten, der seelische Zustand, das Wesen und das Umfeld (Haltung, Fütterung, Training) sind dabei immer zu beachten und tragen einen großen Teil zur Genesung bei. 
Zur Osteopathie gehört nicht nur die Behandlung von knochigen Gelenken, sondern auch das Erreichen von Beweglichkeit der Muskeln, Sehnen, Bändern, Körperfaszien, Nerven mit deren Hüllen und Organen mit ihren Verbindungen. Des Weiteren liegt immer ein großes Augenmerk auf Hufverfassung und -stellung und dem Zustand der Zähne, da diese ausschlaggebend für die Verwertung von Futter und somit der Gewinnung von Nährstoffen sind.
Zeigt nun das Pferd Symptome einer Dysfunktion, sucht der Osteopath nach möglichen Ursachen. Die Befunde werden dann manuell behandelt um diese Dysfunktion und die daraus resultierenden Symptome zu beheben.
Auch die Osteopathie ist keines Falls ein Allheilmittel, somit sollte immer eine Zusammenarbeit mir Tierärzten, Zahnärzten, Hufbearbeitern, Sattlern und dem Reiter selbst angestrebt werden. 
Mögliche Indikationen sind:
anhaltende Steifigkeit und Unrittigkeit
Taktunreinheiten, unterschiedliche Formen der Lahmheit
nach Trauma durch Sturz, Wegrutschen
Schmerzanzeichen am Bewegungsapparat
Leistungsabfall
Check vor dem Anreiten junger Pferde
nach größeren Zahnbehandlungen
Stolpern
Probleme am Sprung
plötzlich auftretende Probleme beim Hufgeben

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine Behandungsmethode mit feinen Nadeln aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).
Die TCM basiert auf einem Gleichgewicht zwischen Yin & Yang welche Gegensätze darstellen z.B. Licht und Dunkelheit oder Energie und Materie. Yin und Yang bilden trotz ihrer gegensätzlichen Art eine Einheit und ergänzen sich somit. Sie sind voneinander abhängig und können ohne den anderen nicht existieren. Ein weiterer Aspekt der TCM sind die 5 Wandlungsphasen des Systems (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser). Geraten sie aus dem Gleichgewicht entsteht Krankheit. Die Akupunktur soll das Gleichgewicht durch Umleitung von Energie und Ausbalancieren der Elemente und Yin & Yang wiederherstellen und somit die Krankheit ausleiten. 
Krankheitsbilder die eine Indikation für Akupunktur darstellen sin zum Beispiel:
Atemwegsprobleme
Muskelschmerzen
Störungen am Bewegungsapparat
Hautausschläge
Augentränen
vermehrtes/ vermindertes Schwitzen
Wesensänderung (aggressives Verhalten, Abgeschlagenheit,…)
Arbeitsunwilligkeit
plötzliche anhaltende Rittigkeitsprobleme

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine Massagetechnik, bei der die Lymphbahnen dazu angeregt werden, lymphpflichtige Stoffe schneller abzutransportieren, damit diese ausgeschieden werden können. In der Humanmedizin ist die MLD ein anerkannter physiotherapeutischer Weiterbildungszweig. Mit ihr werden akute Verletzungen bis hin zu chronischen Schwellungen, Schmerzzuständen, Entzündungen und chronsichen Lymphödemen behandelt. Auch im Sport findet die MLD immer mehr Verwendung, zum Beispiel vor oder nach größeren Belastungen, um den Körper beim Abtransport der vermehrt anfallenden Stoffwechsel-Abbauprodukte zu unterstützen. Beim Tier ist die Wirkung der MLD zwar durch einige wissenschaftliche Arbeiten belegt, jedoch noch nicht sehr populär. 

Zu ihren Indikationen gehören:
angelaufene Beine
chronische Phlegmone 
Muskelerkrankungen
Sehnenerkrankungen
Gallen
Hufrehe
venöses Stauungsödem
traumatische Ödeme
Genitalödeme
Prävention vor größerer Belastung

Verhaltenstherapie mittels Horsemanship


Treffen zwei Menschen aufeinander ist das Verhältnis dieser zwei Individuen abhängig von deren Charakter, den jeweiligen Lebensbedingungen, ihren Erfahrungen und vor allem der Kommunikation zwischen beiden. Möchte man also als Mensch eine Beziehung zu einem Pferd aufbauen, verhält sich dies nicht anders, wird aber durch die unterschiedliche Kommunikationsweise erschwert. 
Zu beachten ist immer der Charakter des Pferdes. Ist mein Pferd züchtungsbedingt sehr gesetzt und reagiert in neuen Situationen eher gelassen, kann ich mit ihm anders umgehen, als mit einem Pferd das durch unsere Züchtung eher explosiv und unsicher reagiert.
Ist mein Pferd haltungsbedingt vielleicht nicht optimal ausgelastet und sozialisiert und gerät in eine ihm neue Situation, muss ich auch mit einem mir unangenehmen Verhalten rechnen und richtig reagieren. 
Je nach Vergangenheit der Pferde sind auch hier ihre Reaktionen unterschiedlich und eventuell durch schlechte Erfahrungen geprägt und sollten deshalb immer hinterfragt werden. 
Um im Alltag mit dem Pferd richtig zu agieren, ist die Kommunikation zwischen Pferd und Pferdeführer enorm wichtig und erleichtert beiden den Umgang miteinander. So lassen sich bei gegenseitigem Vertrauen Alltagssituationen und auch neue Begebenheiten gelassener und sicherer bewerkstelligen. 
Ziel ist es, dem Pferd- und Reitergespann einen stressfreien Umgang mit möglichst feinen Hilfen und wenig Hilfsmitteln zu ermöglichen.